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Führungskräfte sind auch nur Menschen

Führungskräfte sind auch nur Menschen

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Als Führungskraft in der heutigen Zeit hat man es nicht leicht. Aber auch nicht als Mitarbeitende in einem Team. Was darf man von Vorgesetzten während der Pandemie erwarten? Mit welchen Herausforderungen sind sie konfrontiert? Führungskräfte-Coachin Leonie Gehler gibt Auskunft.


Mit welchen konkreten Herausforderungen kämpfen Führungspersonen in Zeiten der Pandemie?

Ich sehe zwei grössere: Die Herausforderung, die Mitarbeitenden nicht im Home Office zu “verlieren” und die Unsicherheit betreffend der Dauer der Massnahmen und des weiteren Verlaufs der Pandemie. Nichts ist wirklich planbar. Darunter leidet bei den meisten der Zusammenhalt im Team, was es nicht leichter macht. Als Führungsperson gibt es zusätzlich Unternehmensziele, die erreicht werden sollen, oder vielleicht haben sich im letzten Jahr ganze Geschäftsmodelle verändert und das Team muss entsprechend angepasst werden. Die Führungskräfte sind also mit Herausforderungen an allen Fronten konfrontiert und das gleichzeitig. Zusätzlich dürfen wir nicht vergessen, dass Führungskräfte auch Menschen sind. Sie haben genauso eine Familie und sind mit Homeschooling, Home-Office und Pandemie-Herausforderungen konfrontiert.


Wie können diese gelöst werden? 

Natürlich gibt es keine allgemeingültige Lösung für alle. Je nach Team und Unternehmen sind unterschiedliche Massnahmen hilfreich. Generell hilft es aber, den Gesamtüberblick zu behalten und wo möglich in Ruhe Entscheidungen zu treffen. Dazu braucht es ein gutes Selbst-Management und Klarheit in Bezug auf die Prioritäten und Ziele: Was ist jetzt wirklich wichtig? Führungskräfte, die in ihrer Persönlichkeit und in ihrer Rolle bereits sehr gefestigt sind und auch davor schon in gutem Kontakt zu ihrem Team waren, haben jetzt sicherlich Vorteile. Wem es zusätzlich noch gelingt, klar, ehrlich und der Situation angepasst zu kommunizieren, ist gut aufgestellt.


Welche Rolle können die Mitarbeitenden spielen, um die Herausforderungen zu erleichtern?

Vor allem im Umgang mit dem Home Office ist Ehrlichkeit sehr wichtig. Teams, in denen direkt gesagt werden darf und kann, wie es den Einzelnen geht und diese Chance auch genutzt wird, können Ressourcen gut verteilen. Dazu gehört auch Eigenverantwortung zu übernehmen, gut für sich selbst zu sorgen und aktiv im Team zu bleiben. Oder wenn die Kapazitäten da sind, auch einfach mal überlegen, ob jemand anders im Team Unterstützung brauchen kann und diese von sich aus anbieten.


Was darf man heutzutage von Führungspersonen auch erwarten?

Die zentrale Aufgabe jeder Führungsperson ist es, Ziele zu stecken und Prioritäten zu setzen. Also einen Rahmen zu schaffen, in dem das Team eine gute Leistung erbringen kann. Der Autor und Speaker Simon Sinek sagt: “Wir folgen Leadern, weil wir wollen und nicht, weil wir müssen.” Heisst konkret: Führungspersonen haben die Aufgabe, vorauszugehen und klar zu kommunizieren. Nur wenn diese Kommunikation funktioniert, sind die Mitarbeitenden bereit, der Führungsperson zu folgen.

Die Pandemie hat hier vieles entlarvt. Die Führungsperson muss vorausgehen und dafür sorgen, dass die Kommunikationskanäle genutzt werden können und sie auch selber nutzen. Ein versierter Umgang mit der Technik ist dabei unumgänglich und darf erwartet werden. Genauso ist es mit der Einhaltung der Schutzmassnahmen und Regeln. Hier gibt es eine wichtige Vorbildfunktion und wenn diese nicht gelebt wird, führt das zu Demoralisierung im Team.


Was nicht?

Führungspersonen sind Menschen und genauso wie alle anderen zum ersten Mal in dieser aussergewöhnlichen Situation. Sie/Er kann sich nicht um die persönlichen Themen jedes Einzelnen kümmern. Sollte also jemand merken, dass er auf persönlicher Ebene Hilfe benötigt, macht es sicherlich Sinn, sich ausserhalb der Arbeit coachen lassen oder sich gute Gesprächspartner:innen zu suchen, um für sich den Überblick nicht zu verlieren.


Was sollte ich tun, wenn ich Probleme mit dem Chef, der Chefin habe?

Wenn möglich direkt oder sonst im Kontakt mit der Personalabteilung, das Gespräch suchen und die Probleme klar ansprechen. Nicht warten, bis es zum Konflikt kommt. Wenn wir Störgefühle haben, haben wir diese nicht ohne Grund und sie sollten angesprochen werden. Nur so ist eine Entwicklung möglich. Entscheidend um ein konstruktives und klärendes Gespräch führen zu können, finde ich hier die Vorbereitung: Was will ich erreichen/kommunizieren? Und sich bewusst sein: Es gibt immer eine Lösung, aber sie ist nicht immer bequem.


Wird Corona die Zusammenarbeit im Team langfristig verändern? Inwiefern?

Ja und Nein. Wir sind jetzt Home-Office-erprobt und wissen, was uns daran gefällt und was nicht. Diese Erfahrung wird bleiben und Einfluss nehmen darauf, wie wir in Zukunft zusammenarbeiten werden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es hier mehr Flexibilität geben wird und neue Lösungen der Zusammenarbeit entstehen können, die sehr fruchtbar für uns alle sind. 
Wir dürfen aber nicht vergessen, dass Krisen und Veränderungen zu uns Menschen gehören und dass die Lösungen und Weiterentwicklungen schlussendlich schon immer im Miteinander - also im Team - gefunden wurden. Sei das auf politischer, unternehmerischer oder freundschaftlich-familiärer Ebene. Wir arbeiten gut und gerne mit anderen im direkten Kontakt, weil genau hier neue und zukunftsfähige Lösungen entstehen. Und dieser Austausch wird bleiben und weiterhin starke Teams ausmachen.


Leonie Gehler ist Beraterin und Coach für Führungskräfte. Die Liechtensteinerin hat auch einen Podcast: Die Leaderin - mit Coaching-Impulsen und Interviews. 

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